Die Geschichte der heiligen Teresa von Avila

Teresa Sánchez de Cepeda y Ahumada wurde als drittes von zwölf Kindern 1515 in einer adligen Familie geboren. Ihr Vater war als Jude geboren und 1485 mit seiner Familie zum Christentum konvertiert. Das wissbegierige, temperamentvolle und fröhliche Kind wurde von der Mutter fromm erzogen, auf Veranlassung des Vaters lernte sie Lesen und Schreiben. Der Überlieferung nach wollte sie schon im Alter von sieben Jahren zusammen mit ihrem Bruder den Märtyrertod im Kampf gegen die Mauren sterben. Im Alter von zwölf Jahren widmete sie nach dem Tod ihrer Mutter ihr Herz der Gottesmutter Maria.

1535 entschloss sie sich unter dem Eindruck der Briefe von Hieronymus und nach eigener Aussage aus Angst vor der Ehe und der damit verbundenen Diskrimierung der Frau und aus Angst vor der Hölle zum Eintritt in den Orden der Karmelitinnen in Ávila (Spanien). Der Abschied von der Welt war ihr, so sagte sie später, "als trennte sich jeder einzelne Knochen extra".

Nach einem Jahr im Kloster brach Teresa zusammen, lag einige Tage im Koma und fiel vier Tage lang in eine Art Starre, so dass man sie für tot hielt, ihre Augen bereits mit Wachs verschlossen hatte und sie beinahe lebendig begraben hätte. Sie blieb noch lange gelähmt und konnte auch drei Jahre später noch nicht selbst gehen. Teresa hatte danach erste mystische Visionen; mit Standhaftigkeit überwand sie weitere schwere Krankheiten, Schmerzen und seelische Prüfungen.
In den folgenden Jahren wurde Teresas Berufung immer deutlicher; aus dem innigen "Gespräch mit den Engeln" wuchsen ihr Kraft, Weisheit und Liebe, die sie so berühmt machten. 1560 erlebte sie Visionen der Hölle, die ihren Wunsch nach Vollkommenheit noch verstärkten. Unter größten Schwierigkeiten und Anfeindungen ihrer Ordensschwestern setzte sie die Reform des Karmeliterordens durch - in Erinnerung an die Einsiedler auf dem Berg Karmel und in Anlehnung an die Reformen bei den Franziskanern, die ihr neuer Beichtvater Petrus von Alcantara dort durchgeführt hatte. Nach Widerständen im eigenen Orden und einer Zeit in Toledo, wo sie ihre Autobiographie zu schreiben begann, erfolgte 1562 mit Genehmigung des Papstes und des Ortsbischofs die Gründung eines Reformklosters in Ávila: der Orden der "unbeschuhten Karmelitinnen" mit strengster Klosterzucht war geboren. Teresas fügte ihrem Namen den Ordensnamen "von Jesus" hinzu.

Teresa konnte sich gegen Widerstände ihrer Mitschwestern, der Ordensleitung und auch weltlicher Behörden behaupten; der päpstliche Nuntius Felipe Sega hatte sie "ein herumvagabundierendes Weib" genannt. Ab 1567 konnte sie vier weitere Klöster nach den neuen Regeln eröffnen, dann lernte sie 1568 Johannis vom Kreuz kennen und gründete zusammen mit ihm weitere Reformklöster für Frauen und für Männer; insgesamt 15 Frauenklöster gehen auf ihr Wirken zurück und 16 Männerklöster, dazu eine Missionsstation; dies sollten Orte sein, um der in Europa durch den Protestantismus bedrängten Kirche zu helfen und um für die Indios in Lateinamerika zu beten, anstatt mit Waffen gegen sie zu kämpfen; in ihrem "Buch der Gründungen" berichtete sie später darüber. Da diese Reformklöster immer noch dem Karmelitenorden unterstellt waren, gab es immer wieder Schwierigkeiten; erst 1581 wurde durch päpstliche Anordnung die Trennung der beiden Zweige und die Eigenständigkeit der unbeschuhten Karmeliten als eigener Ordensprovinz anerkannt - nach Teresas Tod, 1593, wurde ein selbstständiger Orden daraus.

Gott war für Teresa nicht eine ferne, hohe Macht, sondern der Mensch Jesus,  zu dem sie eine innige Freundschaft pflegte.



 
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